Mit Ihrem Wiedererkennungswert mehr Kunden gewinnen

Wenn Sie Ihre Zielgruppendefinition ausgearbeitet haben, haben Sie schon eine Menge an Informationen, die Sie bei der Ideenfindung unterstützen. An diesem Punkt übersetzen Sie das ganze Textmaterial in Bildern und in ein grafisches Konzept, sodass Sie von Ihren Zielkunden auf den ersten Blick wahrgenommen und wiedererkannt werden. Wie das genau funktioniert, werde ich Ihnen in den nächsten Zeilen zeigen.

  1. Entwickeln Sie Ihr Bildmaterial
  2. Gestalten Sie Ihre grafischen Elemente
  3. Logo
  4. Farben
  5. Typographie
  6. Zusammenfassung

Entwickeln Sie Ihr Bildmaterial

Zum Beginn setzen Sie sich vor ein weißes Blatt und schreiben Wörter auf, die Ihre Marke beschreiben. Am Anfang sollten Sie mindestens 7 Wörter aufgeschrieben haben. Das Ziel ist es nicht Wortassoziationen zu erhalten, sondern diese Wörter durch Bilder zum Leben zu erwecken.
Denken Sie darüber nach wie Sie diese Wörter verbildlichen können. Die Herleitung kann gerne abstrakt sein, aber es ist wichtig auch der Sache auf dem Grund zu gehen. Wenn Ihre Marke zum Beispiel „schnell“ ist, denken Sie nicht über andere Worte für „schnell“ nach. Denken Sie darüber nach, mit was Sie schnell assoziieren.
Schnell > Gepard > Blitzschlag > Zeus
Machen Sie sich Gedanken darüber welche Konzepte visualisiert werden können. Normalerweise sind das Elemente, die die stärksten emotionalen Reaktionen hervorrufen, die zusätzliche Bilder auslösen und Ihnen helfen sich auf Ihrer kreativen Spielwiese auszutoben.

Gestalten Sie Ihre grafischen Elemente

Hier kommt der spaßige und herausfordernde Teil. Fangen Sie in der hier gezeigten Reihenfolge an, da sich jedes Element gegenseitig beeinflusst.

Die Markenidentität ist ein komplexes Konstruktionssystem. Jedes Element beeinflusst das andere, aber alles beginnt mit dem Logo.
Sie können hier altmodisch beginnen, den Stift und Pinsel herausholen und anfangen Skizzen zu zeichnen. Während Sie die Zeichnung immer mehr Tiefe im Detailgrad erhalten, wird sich eine grundlegende Form herauskristallisieren und eine formschlüssige Bildsprache entwickeln – alles in Schwarz-Weiß. Wenn Sie Feedback von Freunden oder Arbeitskollegen erhalten und das Logo weiterentwickeln, wollen Sie davon ausgehen, dass selbst ohne Farbe das Logo die Kraft hat Ihre Botschaft zu transportieren auch ohne die Aufwertung mit Farben.

Farben

Sobald Sie ein Logo haben, können Sie mit der Farbpalette spielen. Farben sind ein gutes Mittel sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, können aber auch starke Gefühle hervorrufen, wählen Sie die Farben also mit Bedacht.
Eine gute Farbpalette ist klar und flexibel, versorgen die Designer mit einer ausreichenden Auswahl, um kreativ zu sein, aber nicht so viel um sie zu überfordern. Dazu gehört:

  • 1 Hauptfarbe
  • 2 Primärfarben
  • 3-5 Komplementärfarben
  • 2 Akzentfarben

Farben dürfen auf keinen Fall willkürlich gewählt werden, daher brösele ich hier das Thema auf, sodass Sie alles über Farben wissen was Sie benötigen, damit Sie die perfekte Farbpalette für sich gestalten können.

Wie die Farbgebung Ihrer Marke nützt

Farbe ist nicht nur etwas ästhetisches, es ist ein mächtiges Branding Werkzeug. Wenn Sie es richtig nutzen, wird die Farbe die Markenwahrnehmung bei jedem Berührungspunkt verbessern, vom Produkt, zu Ihrer Website, zu Ihrem Inhalt. Wenn Sie versuchen von Anfang an einen guten Eindruck zu hinterlassen, gibt es viele Möglichkeiten, dass die Farbe der Wirkung Ihrer Marke verbessert.

Abgrenzung

Da von Natur aus Farben anziehend wirken, ist es ein einfacher Weg damit aufzufallen und, fast noch wichtiger, sich von den Wettbewerbern zu unterscheiden, egal ob Ihr Produkt in einem Ladenregal heraussticht oder im Social Feed.

Emotionale Resonanz

Farben sind besonders mächtig, weil sie die Eigenschaft haben emotionale Reaktionen hervorzurufen und die Stimmung der Menschen zu beeinflussen. Falls Sie ein bestimmtes Gefühl oder Ihren Markenwert steigern möchten, sind Farben eine effektive Möglichkeit dies zu tun.
Denken Sie daran: Der langfristige Erfolg einer Marke hängt von den Beziehungen ab, die Sie aufgebaut haben und eine emotionale Bindung ist der Kern jeder Beziehung. Entweder möchten Sie, dass die Menschen Ihre Marke als einen zuverlässigen Berater, Sicherheitswachmann oder als einen spaßigen besten Freund wahrnehmen. Farben können genau die passenden Emotionen hierzu aufrufen.

Verständlichkeit

Unser Gehirn ist so aufgebaut, dass visuelle Inhalte schneller als textliche Inhalte verarbeitet werden. Daher sind Bilder besonders effektiv, falls Sie nonverbal kommunizieren möchten. Wenn Sie Farben in Ihrem Design verwenden, können Sie es verständlicher für den Kunden machen.
Ob Sie wichtige Informationen in einer Infographik hervorheben oder Farben in einer Datanvisualisierung nutzen, können Sie es für den Leser einfacher gestalten sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, sodass die Menschen es einfacher verstehen und sich besser an den Inhalt erinnern können.
Ohne Zweifel hat die Farbgebung einen großen Nutzen für Marke, jedoch wird keine einzigen Farben auf magischer Art und Weise die Anzahl Ihrer Seitenbesucher in die Höhe schnellen lassen. Um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu verbessern, sollten Sie strategisch und bewusst Farben nutzen.

Was Sie vor der Wahl Ihrer Markenfarbe beachten sollten

Nachdem ich schon einigen Marken geholfen habe Ihr Erscheinungsbild zu entwickeln, habe ich herausgefunden, dass man nicht die richtige Farbe findet, indem man sich eine Farbpalette heraussucht. Stattdessen sollte man über die Ziele der Marke im Klaren sein. Was wollen Sie versuchen zu vermitteln und wie können Farben Sie genau dabei unterstützen.

Wer sind Sie?

Farbe ist sehr subjektiv, aber ruft auf jeden Fall Gefühle hervor. Was wollen Sie mit den Farben über sich selbst aussagen? Von hellen kräftigen Farben wird erwartet, dass Sie verspielt und lustig sind. Gedämpfte Farbtöne geben einen Hauch von Ernsthaftigkeit und Perfektion.
Nochmals, während Farben subjektiv sind, werden bestimmte Bedeutungen traditionell bestimmten Farben zugeschrieben.

Wen wollen Sie erreichen?

Sie wissen wer Sie sind und was Sie erreichen wollen. Aber wie können Sie es den Menschen vermitteln, die Sie ansprechen wollen? Zu welchen Farben tendieren sie? Denken Sie ebenfalls darüber nach gegen welchen Wettbewerber Sie antreten. Wie können Sie Farben nutzen, um sich von ihm abzuheben?

Was ist Ihr emotionaler Nutzen?

Welches Produkt oder welche Dienstleistung verkaufen Sie? Welches Gefühl steht hinter Ihrem Produkt? Glücklich und leicht? Ernst und professionell? Denken Sie darüber nach wie Sie das mit Farben ausdrücken können.

Wo und wie werden Ihre Farben genutzt?

Manche Farben werden auf dem Monitor nicht farbtreu wiedergegeben. Seien Sie sich also bewusst, wie Sie die Farben nutzen wollen. Sie wollen Ihren Designern die richtigen Farben geben, mit denen sie arbeiten können.
Sobald Sie durch die ganzen Schritte gegangen sind, ist es an der Zeit sich mit den verschiedenen Farben auszuprobieren.

Wie Sie Farben für Ihre Marke wählen

Entweder fangen Sie bei null an oder aktualisieren Ihre Farbpalette, hierzu gebe ich Ihnen einfach Arbeitsschritte an die Hand, um die richtige Farbe für Ihre Marke zu finden.

Mit Inspirationen anfangen

Manchmal ist es ein bestimmtes Farbwerkzeug, ein Bild oder eine Pinterest Board, entdecken Sie Farbgebungen, die Sie ansprechen. Glücklicherweise gibt es einige Tools, die Ihnen dabei helfen können:

Fangen Sie an zu experimentieren

Fangen Sie an mit verschiedenen Abstufungen, analogen Farbenpaaren und Komplementärfarben zu experimentieren. Erschaffen Sie einen Kontrast und fügen Sie helle und dunklere Töne hinzu.

Was sind Ihre nächsten Schritte?

Da Sie nun Ihre Farbpalette ausgewählt haben, müssen Sie sicherstellen, dass es konsistent angewendet wird. Sie sollten sicherstellen, dass die Farben sich nahtlos an die allgemeine Bildgebung anreihen. Alles von dem Logo, zu den Icons usw. zusammen gut aussieht.

Typographie

Jedes Bildelement in Ihrer Identität sollte zu Ihrer kohärenten Bildsprache beitragen und sich gegenseitig ergänzen. Dies gilt insbesondere bei der Typographie, die sich von der Form ihres Logos ableitet.
Jeder einzelne Schritt hat seine eigene Herausforderung, aber bei Typographie kann es tückisch mit der Bildsprache sein, besonders wenn Marken Trends folgen (serif vs. Non-serif) welche für den Moment super waren aber schnell wieder altmodisch wirken.
Um es einfach zu halten, begrenzen die Schriftarten auf 2-3.  Das sind normalerweise die primäre und sekundäre Marken Schriftarten.

Der Unterschied zwischen Schrift und Schriftart

Heutzutage werden die Worte Schrift und Schriftart als Synonym verwendet, wenn man über die Kunst der Typographie redet. Aber es gibt einen Unterschied, der bis in das Zeitalter des Buchdrucks zurückreicht.
Damals als das Setzen der Letter noch mit Hand gemacht wurde, hat jeder einzelne Buchstabe einen separaten Metallblock benötigt. Wenn Sie den Buchstaben „K“ in Times New Roman drucken wollten, wurde ein Block genutzt. Wenn Sie den Buchstaben „K“ in Times New Roman Bold drucken wollten, war das ein separater Block. Also gab es einen Unterschied:

  • Schriftart: Ein Schriftdesign (z.B. Times New Roman)
  • Schrift: Eine spezielle Größe, Stärk und Stil (z.B. Times New Roman, 12 pt., Bold)

Da heute alles digital ist und Computer Programme es erlauben Texte sofort zu bearbeiten, haben diese Begriffe ihre Unterscheidung verloren. Wenn ich in diesem Artikel von Schriftart schreibe, meine ein einen bestimmten Stil, sowohl als auch von einer Auswahl von einer oder mehreren Schriften in diesem Stil (Font Family).

Entwickeln Sie Ihre Typographie in 3 Schritten

Ihre perfekte Typographie zu finden ist ein kreatives und spaßiges Abenteuer, aber Sie sollten sich daran halten ein sehr spezifisches Ziel zu haben: wählen Sie 2-3 Schriftarten, die Ihre Marke am besten repräsentieren.

Schritt 1: Grenzen Sie die Schrifttypen ein

Es gibt verschiede Wege den Schrifttyp zu finden, welchen Sie mögen. Sie können Open Source Quellen durchforsten, die kostenfrei sind. Andere können Sie nutzen, indem Sie Lizenzkosten zahlen. Oder Sie können Sie selbst entwickeln. Es gibt für jeden Vor- und Nachteile und es hängt davon ab, wie die individuellen Anforderungen für Ihre Marke jetzt sind und in der Zukunft sein werden. Ich empfehle für den Anfang Open Source Quellen zu nutzen.
Quelloffene Schriftarten sind eine beliebte Möglichkeit für viele Marken, insbesondere für Startups. Sie sind einfach zu finden und man kann mit ihnen herumexperimentieren. Sie sind meistens webfreundlich (besonders die Google Fonts), gewährleisten eine Konsistenz über alle Plattformen hinweg. Aber, wie bei allen kostenlosen Dingen, zahlen Sie den Preis anders. Nichtsagenden, langweilige und Standartschriften tragen wenig zu Ihrer individuellen Marke bei. Da jeder sie nutzen kann, kommen sie auch überall vor (z.B: Helvetica), sodass es schwieriger wird Ihre Marke zu erkennen.
Hier gibt es für Sie gute Quellen, um Open Source Schriftarten zu finden:

Nachdem Sie sich für 5-10 Schriftarten entschieden haben, sollten Sie sich dazu die folgenden Fragen stellen, sodass Sie einige Schriften aussortieren können.

Ist sie unverwechselbar? Sie wollen etwas, dass Sie von Ihren Wettbewerbern abhebt.
Ist sie flexibel? Ihre Typographie wird überall genutzt werden. Funktioniert sie auch genauso gut bei Printmedien sowohl als auch im Internet? Ist sie responsive? Funktioniert sie auf allen Dingen von dem Produkt bis zum Blog?
Ist sie umfangreich? Ihre Marke wird weiterwachsen. Sie werden möglicherweise mit verschiedenen Inhalten und Plattformen experimentieren, Sie benötigen eine Schriftart, die mit Ihnen wachsen kann. Hat Ihre Schriftart alle Schriftzeichen, die Sie benötigen? Sind sie in allen Größen und Stärken vorhanden?
Ist sie komplementär? Sie benötigen eine Schriftart, die auch gut mit anderen Elementen Ihrer Marke harmoniert. Wenn Sie zum Beispiel ein glattes und abgerundetes Logo haben, passt das möglicherweise nicht mit einer gezackten Death-Metal Schriftart zusammen. Denken Sie daran, dass Sie mehrere Schriftarten auswählen, die sich gut ergänzen.
Ist sie leserlich? Schauen Sie sich jedes Detail Ihrer Schriftart an. Sind Sie mit jedem Buchstaben zufrieden (auch in große oder in klein)? Ist es auch bei kleiner Schriftgröße leserlich? Unterscheiden sich die einzelnen Buchstaben gut genug? Sehen manche Buchstaben nebeneinander seltsam aus (z.B. ein „f“ und ein „i“)?

Schritt 2: Zusammenpassen & spielen

Jetzt kommt der spaßige (und manchmal auch frustrierende) Teil. Um eine starke Schriftsprache zu entwickeln, benötigen Sie Schriftarten, die gut zusammenpassen auch bei unterschiedlichen Anwendungen, wie auf der Webseite, auf dem Produkt oder auf der Verpackung, usw.
Während Sie herumspielen, ist es hilfreich mit Mockups zu arbeiten, um alle Anwendungsfälle abzudecken, inklusive Print und Web, um wirklich zu sehen, ob sie miteinander harmonieren.
Einige hilfreiche Tools finden Sie hier:

Schritt 3: Entwickeln Sie die Hierarchie

Nach dem Sie 2-3 Schriftarten ausgewählt habe, ist es an der Zeit ein Designsystem zu erstellen, das diese Schriftarten in einer logischen und intuitiven Art zusammenfügt, sodass es einfach für Autoren wird, dieses System auch zu nutzen. Das ist unglaublich wichtig. Einige Marken sind da zu nachlässig beim Umgang mit Schriften. Umgekehrt haben einige Marken ein überkompliziertes System, welches sogar einen erfahrenen Designer vor Herausforderungen stellt, es richtig anzuwenden. Finden Sie einen gesunden Mittelweg.

  1. Primäre Schriftart: Dies sollte Ihre Standartschrift sein, ein Spiegelbild Ihrer Marke.
  2. Sekundäre Schriftart: Die sekundäre Schriftart soll ihr primäre ergänzen und das typographische Design unterstützen. Sie können mit den Gegensätzlichkeiten der primären und sekundären Schriftart spielen (z.B. Serif vs. Sans-Serif).
  3. Tertiäre Schriftart: Diese kann zur Akzentuierung genutzt werden.

Denken Sie daran, jeder Stil dient einen speziellen Zweck und spielt eine wichtige Rolle in Ihrem System. Bestimmen sie Rollen für jede Schriftart, wenn es folgenden Dinge betrifft:

  • Überschriften
  • Unterüberschriften
  • Fließtext
  • Legenden
  • Textzitate
  • Verpackungen

Zusammenfassung

Denken Sie daran, dass der Aufbau Ihrer Markenidentität nicht zwangsläufig dazu führt, dass Ihr Unternehmen erfolgreich sein wird. Es ist nur ein Teil, der dazu beiträgt. Genauso ist es wichtig die Instrumente an der Hand zu haben, die dazu führen, dass Ihre Kunden auch bei Ihnen kaufen werden.

1 Kommentar zu „Mit Ihrem Wiedererkennungswert mehr Kunden gewinnen“

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